Radsportverein 1898 e.V.
Gau-Algesheim


Vereins-Chronik

1898

Gründung des "Radfahrervereins Gaualgesheim" am 23. Mai 1898 im Gasthaus "Zum Deutschen Haus". Wahl des 29jährigen Dr. med. Quirin Mayer zum 1. Vorsitzenden. Das Vereinsabzeichen trägt rot-weiße Farben in der Mitte einen Kreis mit dem Stadtwappen und der Aufschrift Radfahrerverein Gaualgesheim 1898. Bereits anläßlich des 50jährigen Stiftungsfestes des Gesangvereins "Cäcilia" am 26./27. Juni fährt der Radfahrerverein einen Blumencorso beim Festzug und übernimmt das Meldereiten mit dem Fahrrad. Die ersten Vereinsrennen am 30. Oktober führen über 14 km (Erstfahren) und 6 km (Ermunterungsfahren).

1901

Bei der Buchdruckerei Karl Reidel erscheinen die ersten Satzungen des Vereins, einschließlich einer Fahrordnung, Bestimmungen der Tourenprämierungen, einer Übersicht der Signale und einer Geschäftsordnung. Der Radfahrerverein veranstaltet am 24. November seinen ersten Vereinsball in der Turnhalle zur Feier des Geburtstages Seiner Königl. Hoheit des Grossherzogs und Ihrer Königl. Hoheit der Grossherzogin.

1904

Die festliche Bannerweihe am 19./20. Juni verbunden mit dem 6. Stiftungsfest findet einen guten Zuspruch bei der Bevölkerung der Stadt sowie den benachbarten Radfahrervereinen.

1906

Die Radfahrer geleiten beim 25jähriges Jubiläum des Männergesangvereins 1881 in Winzerkostümen den Grossherzog zum Festplatz.

1908-1912

Krise des Vereins: einzelne Gründungsmitglieder verlassen den Verein; das 10jährige Stiftungsfest wird nicht gefeiert, die Reigenmaschinen werden verkauft. Am 3. Dezember 1912 wird mit Wilhelm Hassemer als 1. Vorsitzenden ein neuer Anfang gemacht.

20. November 1914

Letzte Versammlung im Krieg. Unter der Leitung des Fahrwartes Moritz Seligmann wird beschlossen, unseren Mitgliedern eine Feldpostpackung mit Cigarren, Cigaretten, Chocolade & Cognac zu schicken und sollen dieserhalb die Mitglieder Wilh. Fetzer & Peter Kleisinger mit unserem Kassierer Rücksprache nehmen. Die Pakete werden am nächsten Montag zur Post gegeben. Im Krieg sind bereits der Präsident Wilhelm Hassemer, Quirin Feser, Georg Presser, Richard Link, Baptist Ockstadt, Jean Körner, Franz Kessler und Heinrich Kleisinger. Die erste Versammlung nach den Krieg findet am 15. September 1919 statt.

1920

Beitritt zum Hessischen Radfahrerbund; Vertreter des Vereins bei den Bundesversammlungen ist der Fahrwart Georg Presser, der später Vorsitzender des Hessisch-Nassauischen Radfahrerbundes wird.

1921

Der Verein führt am 23. Januar ein "Saalsportfest" zum Zwecke der Werbung für den Saalradsport durch. Reigenmannschaften aus Ginsheim, Musik, Tanz und die Verlosung eines Fahrrades um Mitternacht finden einen guten Anklang, so daß nach Abschluß der Veranstaltung 2.438,10 Mark für die Vereinskasse übrig bleiben. Beim Meisterschaftsrennen des Hessisch-Nassauischen Radfahrerbundes am 5. September, das über 100 km durch Rheinhessen führt, hat der Verein die Strecke Ockenheim-Ingelheim zu betreuen. Jean Kling, der ambitionierteste Rennfahrer des Vereins, belegt bei diesem Rennen in der B-Klasse den 3. Platz.

1922/1923

Wegen der abnormen Zeitverhältnisse (so das Protokoll vom 27. Dezember 1922) wird zuerst eine bescheidene Feier des 25jährigen Jubiläums beschlossen, dann die Feier auf das Jahr 1925 verschoben.

1925

Die Feier des 25jährigen Jubiläums wird vom 9.-11. Mai in festlichem Rahmen auf dem Festplatz mit Zelt neben dem Schloß Ardeck begangen.

1933

Eine Außerordentliche Generalversammlung am 19. Juni zur Umsetzung der Gleichschaltung, d.h. der Einführung des Führerprinzips in den Vereinen, bringt keine personellen Veränderungen im Vorstand.

1938

Mit einem Saalsportfest (Kunstradfahren, Radball und Rollschuhlaufen), einem Festball und Ehrungen wird das 40jährige Jubiläum am 26. Juni im Saalbau Kühn gefeiert.

1938

Der Fahrer Jakob Smink belegt beim Rennen "Rund um Frankfurt" unter 70 Fahrern den 16. Platz und beim "Großen Straßenpreis von Mannheim" unter 80 Fahrern den 6. Platz. Bei einer Veranstaltung in Budenheim erringen die jugendlichen Radballer Josef Hang, Franz Krichten, Eduard Pröbsel und Franz Kleisinger den 2. Preis.

1940

Letzte Generalversammlung im Kriege am 28. April. Acht eingezogene Mitglieder haben Neujahrsgrüße durch den Verein erhalten: Josef Kaiser, Adolf Schmitt, Willi Hassemer, Erich Janicaud, Josef Hang, Franz Kleisinger, Casimir Reichert, Jakob Smink.

1946

Der Sportbetrieb wird als Radsportabteilung innerhalb der Sportvereinigung Gau-Algesheim wieder aufgenommen.

1948

Die ganze Stadt und viele auswärtige Gäste genießen vom 28.-30. August Sport, Unterhaltung und Geselligkeit bei der Feier des Goldenen Vereinsjubiläums in der Markthalle und in der Turnhalle.

1949

Die Neubildung des Vereins kann nach der Genehmigung durch die französische Militärregierung ab dem 1. Juni vollzogen werden.

1952

Werbeveranstaltung für den Hallenradsport mit internationalen Gästen aus Frankreich und der Schweiz sowie deutschen Spitzenmannschaften aus Hechtsheim (Radball) und Bischofsheim (Gruppenfahren) in der Markthalle

1953

Das Nachrichtenblatt der Stadt Gau-Algesheim berichtet über eine Initiative des 1. Vorsitzenden der Sportvereinigung, Otto Doré, die das Ziel verfolgt, eine gemeinsame Sportstätte für alle sporttreibenden Vereine zu errichten. In zwei folgenden Ausgaben des Nachrichtenblattes erscheinen die z.T. gegensätzlichen Stellungnahmen des Turnvereins und der Sportvereinigung. Auch eine Fusion der beiden Vereine wird in die Diskussion gebracht. Der Radfahrerverein unter seinem Vorsitzenden Johann Krichten beteiligt sich nicht an der öffentlichen Debatte.

1954

Eine weitere Werbeveranstaltung für den Hallenradsport in der Turnhalle führt Welt- und Deutsche Meister (z.B. im Radball die Gebrüder Pensel und im Einerkunstfahren Edi Grommes) nach Gau-Algesheim. Mit 35 gegen drei Stimmen spricht sich eine außerordentliche Generalversammlung am 25. September im Saal Georg Hofmann für den Fortbestand des Radfahrervereins aus und lehnt damit einen neuerlich beabsichtigten Zusammenschluß der hiesigen sporttreibenden Vereine ab. Die Erstellung einer eigenen Übungshalle wird erstmals diskutiert.

1959

Die Jahreshauptversammlung am 28. Februar im Weinhaus Jost beschließt mit 38 Stimmen gegen eine Stimme bei drei Enthaltungen den Bau einer eigenen Trainingshalle. Für den Bauplatz schenkt die Witwe des langjährigen 1. Vorsitzenden Wilhelm Hassemer (1912-1934) und Mutter des Kassierers Willi Hassemer dem Verein ein Grundstück an der Appenheimer Straße; vom Nebenlieger Karl Kaiser soll weiteres Gelände erworben werden.

1960

Die Radsporthalle wird am 8./9. Mai ihrer Bestimmung übergeben und durch Pfarrer Geistlichen Rat Josef Krämer eingeweiht. Die Mitglieder des Vereins haben 5.612 Stunden Eigenhilfe geleistet.

1961

Erste Teilnahme von Sportlern des Vereins an einer Deutschen Meisterschaft: Gerold Schmitt und Volker Hassemer belegen in Hof den 6. Platz im Turnier der Radball-A-Jugend.

1962

Werner Schmitt und Volker Hassemer erringen als erste Gau-Algesheimer Radsportler eine Medaille bei den Deutschen Meisterschaften in der Frankfurter Festhalle. Hinter den Mannschaften von Oker/Harz und Darmstadt belegen die Radballer, die von Ernst Rohleder betreut werden, mit 41:24 Toren und 14:6 Punkten den 3. Platz.

1964

Bei den Deutschen Meisterschaften in Wiesbaden belegen Manfred Mayer und Georg Lindemann im Zweier-Kunstfahren der Jugend den 3. Platz. Bis heute ist dies die beste Plazierung von Gau-Algesheimer Kunstfahrern bei einer Deutschen Meisterschaft.

1967

Johann Krichten, der dem Verein als Schriftführer in den Jahren 1919-53 und als 1. Vorsitzender seit dem 24. Januar 1953 dient, übergibt im Alter von 70 Jahren den Vereinsvorsitz an den 31jährigen Werner Schön. Hans Joachim, Bundesschiedsrichter für Radball seit 1965, wird als Spielleiter für die Hallenradsport-Weltmeisterschaften in Baden-Wettingen/Schweiz nominiert. Bei der Bundeshauptversammlung des Bundes Deutscher Radfahrer am 31. März 1974 in Bad Lauterberg wird Hans Joachim für besondere Verdienste um die Förderung des Radsportes mit der Goldenen Ehrennadel des BDR ausgezeichnet.

1969/1970

Erste Erweiterung der Radsporthalle zur Bergseite hin. Mit der Einweihung des Erweiterungsbaus ist ein Vergleichskampf zwischen den Radsportverbänden Mittelrhein und Württemberg verbunden.

1971

Der Ehrenvorsitzende Johann Krichten (geb. 29. April 1896) stirbt am 24. Februar wenige Wochen vor seinem 75. Geburtstag.

1973

Hermann Schön und Willi Ströbel erringen in Altena den Titel des Deutschen Schüler-Meisters im Radball.

1975

Beim 1. Gau-Algesheimer Volksradfahren am 2. September-Sonntag beteiligen sich 138 Jugendliche und 83 Erwachsene.

1976

Große Erfolge der Radballspieler bei den Jugendlichen und Aktiven: Günter Burkart und Wolfgang Schneider werden in Schramberg-Sulgen Süddeutscher Meister und schaffen den Aufstieg in die Regionalliga Süd. Hermann Schön und Heinz Schmitt gewinnen in Straubing den Titel eines Süddeutschen Meisters; Bernd Hassemer und Robert Schön vervollständigen den Doppelsieg der Gau-Algesheimer Radsportler. Bei den Deutschen Hallenradsport-Meisterschaften in Ulm vertreten Pia Bischel im Einer-Kunstfahren der Frauen, Achim Stark im Einer-Kunstfahren der Jugend und die Radball-Mannschaft H. Schön/H. Schmitt und B. Hassemer/R. Schön die Farben des Radsportvereins.

1977

Herrmann und Robert Schön gewinnen am 21. Mai in Heerlen/Niederlande den Titel eines Europacup-Siegers der Junioren im Radball. Am 24./25. September sichern sich die Gebrüder Schön in Straubing auch den Titel eines Deutschen Meisters.

1978

"Deutsche Woche" in der französischen Partnerstadt Saulieu. Der Radsportverein hinterläßt mit seinen sportlichen Darbietungen bei den Gastgebern einen guten Eindruck und trägt zur Vertiefung der Freundschaft zwischen den Menschen beider Städte bei.

1981

Der Radsportverein richtet am 11. April den Hallenradsport-Länderkampf Deutschland gegen Frankreich der Jugend und Aktiven aus. Fast 1000 Besucher, Sportler und Betreuer füllen die Schloß-Ardeck-Sporthalle. Vom 12.-17. August unternehmen zwölf Mitglieder der Radtouristikabteilung eine Drei-Etappen-Fahrt in die Partnerstadt Saulieu/Cote d'Or. Helfer des DRK-Ortsvereins begleiten und betreuen die Gruppe.

1982

Frank Weber, betreut von Heinz Schaubruch, nimmt als erster und einziger Radrennfahrer des Vereins an der Deutschen Meisterschaft im Einer-Straßenfahren der Jugendklasse B in Tittling/Passau teil. Zum ersten Mal richtet der Radsportverein Gau-Algesheim die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Kunstradfahren aus.

1984

Neun Radtouristiksportler fahren in sieben Etappen nach Caprino Veronese. Der Radsportverein besucht als erster Verein nach der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde vom 26. Mai 1984 die Partnerstadt in Oberitalien.

1987/1988

Die Erweiterung der Radsporthalle zur Straßenseite hin bringt der Radsporthalle einen großzügiges Foyer von 20qm und zusätzliche Räume für Werkstatt, Fahrradlager und das Mobiliar. Mit der Einweihung des Erweiterungsbaus am 8. Mai 1988 wird zugleich das 90jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Pfarrer Dr. Ludwig Hellriegel gibt bei der Akademischen Feier einen Rückblick auf die Geschichte des Fahrrads. Die musikalische Umrahmung der Feier durch Mitglieder der Katholischen Kirchenmusik belohnen die Anwesenden mit viel Applaus. Der sich anschließende "Tag der offenen Tür", mit Darbietungen der verschiedenen Sportarten, ist ein Erfolg. Der Radsportverein richtet am 22. Oktober den Hallenradsport-Länderkampf Deutschland-Belgien der Männer und Frauen aus. Am 12. November bringt die WM-Revanche mit Jan und Jindrich Pospisil sowie Thomas und Andreas Steinmeier die besten Radball-Mannschaften in die Radsporthalle.

1992

Ministerpräsident Rudolf Scharping verleiht auf Antrag des Landtagsabgeordneten Franz-Josef Bischel dem 1. Vorsitzenden des Radsportvereins, Werner Schön, in Anerkennung langjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit im Dienste der Gemeinschaft die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz. Die Auszeichnung überreicht in einer kleinen Feierstunde Landrat Claus Schick.

1993

Werner Schön übergibt nach 26 Jahren Amtszeit den Vorsitz an Norbert Diehl.

1995

Der Bürgermeister der Stadt Gau-Algesheim Clausfriedrich Hassemer ehrt beim traditionellen Empfang anläßlich des 640. Jahrestages der Stadterhebung am 12. Februar den Ehrenvorsitzenden des Radsportvereins, Werner Schön, als verdienten Bürger. Der fast dreißig Jahre alte Hallenboden hat seine Schuldigkeit getan und wird durch einen neuen ersetzt. Stadt und Land unterstützen die Renovierungsvorhaben der Jahre 1995/96. Der Vorstand legt für die Feier des 100-jährigen Jubiläums das Wochenende vom 22.-24. Mai 1998 fest. Erstmals nimmt ein Team des Radsportvereins im Vierer-Kunstfahren mit Pia Bischel, Karin Domerecki, Andrea Schaberger und Bärbel Schupp an den Deutschen Hallenradsport-Meisterschaften in Hamburg teil.

1996/1997

Umfassende Renovierung des sanitären Anlagen und Umkleideräume. Vor allem der Bautrupp aus älteren Vereinsmitgliedern leistet Eigenhilfe in erheblichem Umfang.

1997

Mit einer Fahrt über 80 km nach Niederhausen/Nahe beginnt der Radsportverein eine Serie sonntäglicher "Radtreffs" und belebt damit wieder die alte Tradition von Vereinsausflügen.

1998

Akademische Feier anläßlich des 100. Geburtstages des Vereins am 22. März. Schülerinnen und Schüler der Schloß-Ardeck-Grundschule unter der Leitung von Rektorin Marion Lehmann erzählen und spielen ihr Version der Vereinsgründung. Prof. Dr. Heinz-Egon Rösch entwirft in seinem Festvortrag die Idee eines "Rheinhessischen Fahrrad-Museums im Schloß Ardeck". Die Jubiläumsfeier 100 Jahre Radsportverein 1898 e.V. Gau-Algesheim (21.-24. Mai) mit einem "Festival der Jugend", dem Kabarett "Nanga Parbat" von Stephan Wald, einem Festkommers mit vielen radsportlichen Höhepunkten, einem gemeinsamen Festgottesdienst und einem historischen Festzug durch die Straßen der Stadt findet eine gute Resonanz. Gelungene Durchführung des Deutschland-Pokals im Vierer- und Sechser-Kunstfahren am 26. September und des Deutschland-Cups im Einer- und Zweier-Kunstfahren am 27. September in der Schloß-Ardeck-Halle. Die Sportlerinnen und Sportlern feiern in der Radsporthalle bis tief in die Nacht.

1999

Die jungen Radballer Peter Gerharz und Christian Hemmkeppler qualifizieren sich für die Deutschen Schülermeisterschaften in Frankfurt-Höchst, belegen dort aber nur den letzten Platz. Die Stadt Gau-Algesheim würdigt ihre Leistungen bei der Sportlerehrung im Rathaus.

Der diesjährige Familienausflug führt die Radsportler nach Bad Wimpfen und zum Deutschen Zweiradmuseum in Neckarsulm. Die Vorbereitungen des Rheinhessischen Fahrradmuseums erhalten weitere Impulse.

Das 25. Gau-Algesheimer Volksradfahren am 12. September mit einem Bike&Gun-Wettbewerb und einer eigenen Route für Inline-Skater lockt über 700 Teilnehmer an die Radsporthalle. Seit 1975 haben fast 24.000 Radsportfreunde am Gau-Algesheimer Volksradfahren teilgenommen.

2000

Peter und Matthias Schön beschließen die Saison mit dem Meistertitel in der Radball-Oberliga Rheinland-Pfalz. Stefan Bieber gewinnt die Rheinland-Pfalz-Pokal im Einer-Kunstfahren der Junioren, verfehlt die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften aber knapp. Ines Gläser dagegen fährt zu den Deutschen-Schüler-Meisterschaften am 17. und 18. Juni nach München. Die Stadt Gau-Algesheim ehrt Stefan Bieber und Ines Gläser für ihre sportlichen Leistungen.

Nach einer langen Pause veranstaltet der RSV wieder eine Fastnachtsparty am 5. März 2000. Unter dem Motto: "Es jung Gemüs' vom RSV" nimmt der Radsportverein am Fastnachtsumzug teil.

Der plötzliche Tod von Hans Joachim (* 17. Januar 1932) am 26. März löst Bestürzung und Trauer bei vielen Freunden des Radsports aus. Seinem Verein seit 1946 verbunden, stellte der gelernte Schlosser sein handwerkliches Können zuletzt als Hallenverwalter, seine Eindeutigkeit und Gradlinigkeit als Schiedsrichter sowie sein Organisationstalent als Radballfachwart der IG Rheinland-Pfalz über mehr als fünf Jahrzehnte in den Dienst des Hallenradsports. Das Amt als Bundesschiedsrichter konnte er nur wenige Jahre ausüben, z.B. bei der Weltmeisterschaft 1967 in Baden-Wettingen/CH, weil ihn eine schwere Krankheit zwang, seine sportliche Laufbahn zu beenden. Hans Joachim war weit über die Grenzen des Vereins und des Verbandes hinaus bekannt. Der Bund Deutscher Radfahrer zeichnete ihn 1974 in Bad Lauterberg "für besondere Verdienste um den Radsport" mit der Goldenen Ehrennadel des BDR aus.

Mit der Renovierung des Hallendaches im Mai/Juni wird die nächste Etappe der Hallensanierung eingeläutet. Fenster und Holzverschalung werden in Eigenleistung gestrichen.

Die Wirtschaftskommission organisiert für Mitglieder und Freunde des RSV an jedem letzten Donnerstag im Monat einen Stammtisch in der Radsporthalle.

Dem Förderverein "Rheinhessisches Fahrradmuseum im Kurmainzer Schloss Ardeck Gau-Algesheim" treten am 21. November im Rathaus am Marktplatz als Gründer 20 Personen bei: Angelika Avenarius, Arnold Avenarius-Herborn, Bernhard Gerster, Jakob Bugner, Rudi Deister, Norbert Diehl, Hubertus Fetzer, Dr. Bernhard Freund, Clausfriedrich Hassemer, Klaus Hattemer, Günter Hemmes, Ingrid Lutz, Alfons Molitor, Prof. Dr. Norbert Müller, Prof. Dr. Heinz-Egon Rösch, Detlef Schaubruch, Heinz Schaubruch, Wolfgang Schneider, Werner Schön, Martin Wörsdörfer.

2001

Bei der Jahreshauptversammlung spricht der Vorsitzende Norbert Diehl Worte des Dankes und der Anerkennung an die beiden ausscheidenden Vorstandsmitglieder Rudi Deister und Quirin Ewen. Rudi Deister stellte dem Verein seine Dienste und seinen Rat als Schriftführer, Organisator des Volksradfahrens und Beisitzer über 28 Jahre zur Verfügung. Die Jahreshauptversammlung ernennt ihn auf Grund seiner Verdienste zum Ehrenmitglied. Quirin Ewen gehört dem Vorstand seit dem 9. März 1979 an. Keine Mühe ist ihm zuviel, wenn es gilt, für den Verein bereit zu stehen und die Gerätschaften seines Betriebes zur Verfügung zu stellen. Beide sehen sich, wie Rudi Deister es in einem Dankeswort ausdrückte, in der Reihe ihrer Vorfahren, die den Verein seit seiner Gründung im Jahre 1898 unterstützen. Hermann Schön und Bernd Hassemer rücken in den Vorstand als Beisitzer nach.

Die erste Mitgliederversammlung des Fördervereins „Rheinhessisches Fahrrad-Museum“ findet am 21. März im Rathaus am Marktplatz statt. Der Vorstand setzt sich folgendermaßen zusammen: 1. Vorsitzender Hermann Lutz, stellvertretender Vorsitzender Werner Schön, Schatzmeister Emanuel Rösch, Ingelheim, Schriftführer Norbert Diehl, Beisitzer Arnold Avenarius, Vorsitzender der Carl-Brilmayer-Gesellschaft, und Albert Weis, Mitglied im Mainzer Radsportverein 1889, Museumsleiter Prof. Dr. Heinz-Egon Rösch. Als Kassenprüfer wählt die Versammlung Rudi Deister und Hans-Joachim Kreuziger, Ingelheim. Geborene Vorstandsmitglieder sind als Stadtbürgermeister Clausfriedrich Hassemer, als Vorsitzender des Radsportverbandes Rheinhessen Jakob Bugner, Klein-Winternheim, und als Vorsitzender des RSV 1898 eV. Norbert Diehl.

Der 17jährige Schüler des Stefan-George-Gymnasiums Stefan Bieber gewinnt am 1. April bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Kunstradsport in der Schloss-Ardeck-Sporthalle überraschend den Titel im Einer-Kunstfahren mit 301,05 Punkten und qualifiziert sich für die Deutschen Meisterschaften am 19. und 20. Mai in Kornwestheim. In hervorragender Form zeigt sich Ines Gläser. Beim Ländervergleichkampf mit Bayern in Wendelstein punktete sie für Rheinland-Pfalz mit 268,21 von aufgestellten 274,0 Punkten und einem 4. Rang, beim Rheinhessen-Pokal erreicht sie den 2. Platz mit 263,40 Punkten. Bei den Landes-Schülermeisterschaften In Bockenau schließlich lässt sie nur Sandra Bücher vom RV Klein-Winternheim den Vortritt und sichert sich mit 270,04 Punkten die Vizemeisterschaft und die Qualifikation zur Deutschen Schülermeisterschaft am 9. und 10. Juni im niederbayrischen Burghausen. Für ihre Leistungen im Jahre 2001 ehrt die Stadt Gau-Algesheim Ines Gläser und Stefan Bieber am 23. November.

Da sind sich alle einig, die zur Einweihung der renovierten Radsporthalle am 11. Mai in die Appenheimer Straße gekommen sind: das neue Gesicht der Radsporthalle, das sich den Besuchern bei sportlichen und geselligen Veranstaltungen bietet, vereinigt in geglückter Weise Funktionalität und Freundlichkeit. Stadtbürgermeister Clausfriedrich Hassemer, Verbandsbürgermeister Karl-Heinz Pfänder, Hermann Lutz, der Vorsitzende des Fördervereins „Rheinhessisches Fahrradmuseums“, sowie zahlreiche Ehrenmitglieder und Mitglieder des Vereins können das Werk von Unternehmen aus unserer Stadt, der Firmen Josef Fleischmann, Matthias Hattemer und Klaus Schmitt in Augenschein nehmen. Eine neue Spielfeldbande komplettiert die renovierte Trainingshalle; heimische Unternehmen, Betriebe und Dienstleistungsinstitute belegen künftig sichtbar für alle Besucher der Sportveranstaltungen ihre Bereitschaft zur finanziellen Unterstützung des Sportes und der Jugendarbeit. Einen erheblichen Teil der Arbeiten sind von Mitgliedern des Vereins geleistet worden, allen voran der Ehrenvorsitzender Werner Schön, der 2. Vorsitzender Wolfgang Schneider, die treuen Alfons Joachim und Herbert Scheurer sowie alle anderen, die in insgesamt 785 Arbeitsstunden viel Zeit und Mühe für ihre Radsporthalle investiert haben.

2002

Mit ihren Verbandstagen sind  in diesem Jahr Ehrengilde des Radsportvereins Rheinhessen und der Radsportverband Rheinland-Pfalz in der Radsporthalle zu Gast.

Nach der Einweihung des Schlosses Ardeck durch Staatssekretär Karl Peter Bruch am 16. März wird am 21. April das Rheinhessische Fahrradmuseum eröffnet. Sternfahrer von rechts und links des Rheins, aus der Pfalz und aus dem Westerwald und insgesamt über 1.000 Besucher geben der Einweihungsfeier einen festlichen Rahmen. Bei herrlichem Wetter und in Anwesenheit von Sylvia Schenk, der Präsidentin des Bundes deutscher Radfahrer, des Präsidenten des Sportbundes Rheinhessen Herbert W. Hofmann, des Kulturdezernenten der Stadt Mainz Peter Krawietz sowie Repräsentanten des kommunalen Lebens genießt das Publikum Sport und Musik, Unterhaltung und Geselligkeit rund um das Museum. Die Wirtschaftskommission des RSV bekommt für die Bewirtung der Gäste nur Lob zu hören. Internationaler Museumstag: In einer Sonderausstellung anlässlich des Internationalen Museumstages am 12. Mai zeigt das Rheinhessische Fahrradmuseum Bilder, Dokumente, Pokale und Auszeichnungen aus der Geschichte des drittältesten rheinhessischen Radsportvereins, des RSV 1898 e.V. Gau-Algesheim.

Aus der Abteilung Radrennsport und Breitensport des Radsportvereins 1898 e.V. Gau-Algesheim nehmen am 14. September die Radsportler Britta, Erich und Jan Rösch am Radsporttag auf dem Hockenheimring teil. Britta Rösch erreicht auf dem windigem und kurvenreichem Kurs bei den Seniorinnen mit einem Stundenmittel von 32,73 km/h in 49:29 min einen hervorragenden 2. Platz. Erich Rösch kann sich bei den Senioren mit einem Stundenmittel von 31,73 km/h auf dem 54. Rang platzieren, Junior Jan Rösch lässt in der Hauptklasse der Männer mit einem Stundenmittel von 39,43 km/h und dem 62. Platz über 100 Teilnehmern hinter sich.

Akzente im Sportbetrieb setzt die junge Kunstfahrerin Lisa Hattemer, die zu recht als erfolgreiche Sportlerin am 22. November durch die Stadt geehrt wird, nachdem sie von der Kreismeisterschaft bis zur Rheinland-Pfalz-Meisterschaft alle Titel im Einer-Kunstfahren ihrer Altersklasse errungen hat. Peter und Matthias Schön beteiligen sich nach dem Titelgewinn in der Radball-Oberliga Rheinland-Pfalz an den Aufstiegskämpfen in Ailingen/Bodensee und Hamburg, verfehlen aber den Sprung in die 2. Bundesliga nur knapp.

2003

Beim Verbandstag des Radsportverbandes Rheinhessen in der Sängerhalle von Saulheim werden die Breitensportler Britta und Erich Rösch für ihre Leistungen während der Saison 2003 durch den Präsidenten Jakob Bugner geehrt.
 

Das Rheinhessische Fahrradmuseum im Schloss Ardeck hat entscheidende Impulse durch Mitglieder des Radsportvereins Gau-Algesheim erfahren: die Vorbereitung von Exponaten durch die kreative und handwerklich geschickte „Mittwochsgruppe“, das gelungene Eröffnungsfest, dessen Fäden das RSV-Team in Händen hält, sowie die kenntnisreichen Führungen der Museumsbesucher durch den Museumsleiter Prof. Dr. Rösch und seine Helfer. Das regionale Sportmuseum ergänzt sein Programm durch zwei Sonderausstellungen: unter dem Titel „Räder für die Welt“ informiert die eine über die Fahrradproduktion der Adam Opel AG vom Hochrad (1887) bis zum NSU-Opel-Damenrad von 1937; die andere erinnert mit ausgewählten Exponaten an „100 Jahre Tour de France“. Seit 1903 veranstaltet, begeistert die Tour de France heute viele Menschen in aller Welt. Das Fahrradmuseum zeigt Dokumente aus den Sammlungen von Rudolf Hoidn (Simmern) und Albert Weis (Mainz), u.a. das Gelbe Trikot von Bernard Thévenet, das Grüne und rot-weiss-gepunkete Trikot von Marcel Wüst, ein Telekom-Trikot mit Unterschriften von Jan Ullrich, Erik Zabel, Jens Heppner und Udo Bölts, die Zeitfahrmaschine Laurent Jalaberts, dazu viele Statistiken und tolle Bilder zur Geschichte der Tour. Als Radsportverein aus der Region präsentiert das Fahrradmuseum in diesem Jahr den Radfahrerverein 1899 e.V. Wörrstadt. Objekte der Ausstellung sind u.a. der „Goldpokal“ des in den 60er Jahren erfolgreichsten Vereins im Kunstfahren, Siegerschleifen und Bilder der Asse, die den Namen ihrer Gemeinde weit über die Grenzen Rheinhessens und Deutschlands hinaus bekannt gemacht haben.

Als Südwest-Meister im Fünfer-Radball reisen am 15. Juni Peter Gerharz, Matthias und Michael Hassemer, Sebastian Kaiser, Florian König, Matthias und Peter Schön samt ihren Betreuern Bernd Hassemer, Rainer Kaiser und Herrmann Kölsch zu den Spielen um den Aufstieg in die 5er-Radball-Bundesliga nach Kulmbach. Obwohl der Sprung in die oberste Spielklasse nicht gelingt, haben sich die Sportler die Ehrung durch Stadtbürgermeister Clausfriedrich Hassemer verdient.

2004

Am ersten Sonntag der Sommerferien starten fast 60 Mitglieder und Freunde des Radsportvereins zu einer Fahrradtour ins deutsch-französische Grenzgebiet. Eine Autokolonne von 15 Fahrzeugen bringt die Teilnehmer zunächst ins südwestpfälzische Dahn. Wolfgang Schneider hat eine Route ausgesucht, die durchs Tal der Wieslauter ins elsässische Weissenburg führt und die sich bei Fahrradfreunden wegen ihrer landschaftlichen Schönheiten besonderer Beliebtheit erfreut. Auf befestigten Radwegen ohne nennenswerte Steigungen fahren die Radler über ca. 24 km durch Wiesen und Kühle spendende Wälder entlang des kleinen Flüsschens. Freundliche Gasthöfe, wie das „Bahnhöfl“ Bundenthal-Rumbach laden zur Rast und Erfrischung ein. Trotz ihrer Größe legt die Gruppe ein flotte Tempo an den Tag und erreicht nach gut anderthalb Stunden den zentralen Ort des Arrondissemonts Wissembourg, dessen Straßen und Gässchen mit zum Teil pittoresken Häusern sich an der Lauter aufreihen, in den Schutz der Stadtbefestigung ducken und sich um die Abteikirche St. Peter und St. Paul oder die zahlreichen Plätze gruppieren. Für das Gelingen des Ausfluges haben die Teilnehmer in Alter zwischen zwei und 72 Jahren selbst gesorgt. Ein besonderer Dank gilt Wolfgang Schneider, Hermann Schön und Emil Busch, die bei der Planung und Durchführung des Unternehmens eine glückliche Hand bewiesen.

Als Helmut Fastner gegen 13.00 Uhr einen Strich unter die Aufstellung der Teilnehmer am 30. Gau-Algesheimer Volksradfahren zieht, weiß er, dass sich die Anstrengungen der über 80 Helferinnen und Helfer gelohnt haben: 770 Freunde des Radfahrens sind bei nahezu idealem Wetter auf die 26 km lange Rundstrecke gegangen, nachdem Stadtbürgermeister Dieter Faust pünktlich um 9.00 Uhr den Startschuss gegeben hat. Das Team des RSV, angeführt von Helmut Fastner, Rainer Kaiser, Detlef Schaubruch, Christiane und Peter Schön sowie der Vorsitzenden der Wirtschaftskommission Silke Zachrich, zeigt sich allen Anforderungen gewachsen. Die Spielgemeinschaft des Musikzuges Gaulsheim/Gau-Algesheim und der Katholischen Kirchenmusik Kempten unter dem Dirigenten Sebastian Hamann erfreut die Gäste mit populären Melodien und für die Kleinen bieten Stefan Hassemer und die Kunstfahrerinnen Spiele auf der abgesperrten Appenheimer Straße, eine Hüpfburg und Luftballons an. Gegenüber den knapp 400 Teilnehmern von 2001, den 520 von 2002 und den 720 von 2003 erlebt das 30. Gau-Algesheimer Volksradfahren einen weiteren Aufschwung. Am Start in der Appenheimer Straße tummeln sich erfreulich viele Schülerinnen und Schüler der Schloss-Ardeck-Grundschule mit ihren Eltern und Freunde des Volksradfahrens von den Radsportvereinen aus Appenheim, Armsheim, Budenheim, Klein-Winternheim, Ober-Olm und Undenheim; aus der Kommunalpolitik nehmen Stadtürgermeister Dieter Faust und sein Vorgänger Clausfriedrich Hassemer, die Beigeordneten Bernhard Gerster und Franz-Josef Herter, die Fraktionsvorsitzenden Dr. Christian Perlick und Peter Klein mit Elan die Route durch die Rheinebene unter die Räder. Den Reigen der Starter beschließen Pfarrerin Ursula Hassinger und Pfarrer Hans-Peter Weindorf auf einem Tandem. Im Laufe des Tages gesellen sich zu den zahlreichen Gau-Algesheimern, die das Mittagessen an die Radsporthalle verlegen, vom Radsportverband Rheinhessen der Vorsitzende Jakob Bugner (Klein-Winternheim) und der Gildemeister Hermann Schappert (Budenheim).
 

Bei der Sportlerehrung, die Stadtbürgermeister Dieter Faust und die sporttreibenden Vereine in neuer Form durchführen, werden die 12-jährige Lisa Hattemer, die von ihrer Trainerin Pia Bischel vorgestellt wird, für ihre Teilnahme an den Deutschen Schülermeisterschaften in Moers und der  75-jährige Heinz Schaubruch, den Vorstandsmitglied und SWR-Radexperte Hermann Schön präsentiert, für seine sportlichen Leistungen als Straßenfahrer gewürdigt.

2005

 

Mit dem Stabwechsel von den Vorsitzenden Norbert Diehl und Wolfgang Schneider auf Hermann Schön und Bernd Hassemer und einer deutlichen Verjüngung des Vorstandes setzt sich der Generationswechsel beim Vorstand des Radsportvereins 1898 fort. In der gut besuchten Jahreshauptversammlung am 18. Februar legte der Vorstand ein Zukunft weisendes Konzept für die Entwicklung des Vereins vor. Wolfgang Schneider fand die richtige Worte, als er dem bisherigen Vorsitzenden im Namen des Vorstandes und der Mitglieder herzlich dankte. Norbert Diehl sei dem Verein seit 50 Jahre verbunden und habe auch während des Studiums und der Berufstätigkeit in Münster und im Westerwald die Verbindung nie abreißen lassen. Eine Installation mit dem Motto „Dein Wort hat immer für uns Gewicht“ brachte den Dank und Erwartung auf den Punkt.

Für 25 Jahre Mitgliedschaft im Verein wurden Theo Kronenberger und Axel Schmidt mit der Silbernen Vereinsnadel und für 40 Jahre Mitgliedschaft Karl Eckart, Quirin Ewen und Hans-Georg Scheurer mit der Goldenen Vereinsnadel ausgezeichnet. Nach 50 Jahren Mitgliedschaft reihen sich Gerhard Bolenz, Norbert Diehl, Otto Schmitt und Peter Wald unter die Ehrenmitgliedern ein.

Eine besondere Ehrung erfuhr Wolfgang Schneider. Der als langjähriger Bundesliga-Spieler im Zweier-Radball und Deutscher Meister im Sechser-Rasenradball erfolgreiche Sportler wird erster Träger der von Norbert Diehl gestifteten Dr. Quirin Mayer Medaille, die nach dem ersten Vorsitzenden des RSV (1898-1903) benannt ist. Wolfgang Schneider bekleidete in 30 Jahren Vorstandsarbeit die Ämter des Pressereferenten, des Sportausschussvorsitzenden und zuletzt des 2. Vorsitzenden.

Der Verbandstag des Radsportverbandes Rheinland-Pfalz fand erneut in der Gau-Algesheimer Radsporthalle statt. Die Versammlung unter dem Vorsitzenden Udo Rudolf beschloss, künftig nur noch alle zwei Jahre, aber immer in Gau-Algesheim den ordentlichen Verbandstag durchzuführen.

Angeführt vom Vorsitzenden Hermann Schön und dem Verantwortlichen für Breitensport Wolfgang Schneider fuhr eine zwanzigköpfigen Gruppe auf für jung und alt gleichermaßen geeignetem Wegen an Rhein und Main entlang nach Frankfurt-Höchst. Höchst und Gau-Algesheim erinnern sich in diesem Jahr der gemeinsamen Stadterhebung vor 650 Jahren. Zu den Teilnehmern zählten Stadtbürgermeister Dieter Faust, der Beigeordnete Franz-Josef Herter mit der ganzen Familie und der RSV-Ehrenvorsitzende Werner Schön. Am Hotelschiff Schlott zwischen Niddamündung und Personenfähre erwartete Hubertus Hannappel, der 1. Vorsitzende des Radfahrvereins Germania-Tempo 1997 e.V. Höchst, die Gäste aus Rheinhessen. Hermann Schön überreichte Hubertus Hannappel ein Weinpräsent und einen der raren Vereinswimpel aus dem Jubiläumsjahr 1998 und lud den Höchster Radsportverein, der schon einmal in der Ballsporthalle die Deutschen Schülermeisterschaften im Hallenradsport durchgeführt hatte, zum Gau-Algesheimer Volksradfahren im September ein.

Ungeschlagen beendeten die Fünfer-Radballer des RSV 1898 die Vorrunde der Bundesliga-Aufstiegsspiele und qualifizierten sich für die Endrunde, in der acht Mannschaften in zwei Gruppen die beiden Aufsteiger ermitteln. Die zahlreichen Zuschauer in der Schloss-Ardeck-Halle sahen guten Sport und mancher dürfte gestaunt haben, welche Rasanz und welche Spannung die Spieler in den Begegnungen über 2x15 Minuten in Szene setzten. Als der RSV-Vorsitzende Hermann Schön 14 Tage später die Fünfer-Radball-Teams anlässlich der Finalrunde zum Aufstieg in die Radball-Bundesliga wieder in der Schloss-Ardeck-Halle willkommen hieß, waren die Zuschauertribünen gut besetzt. Den Aufstieg so nahe vor Augen – das 0:0-Unentschieden hätte Gau-Algesheim gereicht – waren die Spieler zunächst einmal enttäuscht. Doch Hermann Kölsch als Betreuer und der Vorsitzende Hermann Schön mussten nicht lange trösten. Der lang anhaltende Beifall des Publikums sagte es deutlich: Dem Radsport im allgemeinen und der Disziplin Fünfer-Radball im besonderen haben die engagierten Spieler des RSV 1898 und die Gastmannschaften neue Freunde gewonnen.

Vom 17.- 19. Juni fuhren fünf Radsportlerinnen in Verantwortung und Begleitung von Anke Feller-Breier und dem Vorstandsmitglied der Gesellschaft für internationale Verständigung Maggy Sarg zu einem Sportfest nach Saulieu. Eine freundliche Aufnahme in Familien und ein gemeinsames Abendessen mit den Gästen aus der belgischen Partnerstadt Philippeville gingen dem ersten sportlichen Auftritt voraus: Franziska Sarg startete im Einer-Kunstfahren, auf dem Einrad folgten Ellen und Katja Breier, Klara Imkamp und Franziska Sarg, ehe Lisa Hattemer den Reigen mit ihrem Meisterschaftsprogramm beschloss. Da die Mehrzahl der französischen Radsportvereine im Elsass angesiedelt ist, beeindruckten die Übungen der jungen Radsportlerinnen das Publikum außerordentlich.

Wohl niemand war im Wettbewerb Einer-Kunstfahren der Schülerinnen bei den Deutschen Schülermeisterschaften in Rösrath unglücklicher als Lisa Hattemer selbst. Mit einer aufgestellten Punktzahl von 276,40 Punkten bei einer Bestleistung vom 268,80 Punkten hatte sie sich in der oberen Hälfte von 26 qualifizierten Sportlerinnen vorgestellt. Dann aber ging schief, was nur schief gehen konnte: schon bei der ersten Übung ging ihr Rad die Dynamik nicht mit, die Lisa einsetzte. In der zweiten Hälfte der 5-Minuten-Kür purzelten dann die Punkte und Plätze, so dass es der Betreuerin Pia Bischel und den Eltern nur schwer gelang, die enttäuschte Sportlerin zu trösten. Daher bekam sie auch nicht mit, dass sich ihre Freundin Corina Werner überraschend, aber hoch verdient mit 285,84 Punkten den Meistertitel ins pfälzische Lingenfeld holte.

Beim diesjährigen Rheingauer Mountainbike Marathon über 60 km und 1.500 Höhenmeter ging auch ein RSV-Team aus Mitgliedern des RSV 1898 und Mitarbeitern von „Schön Fahrräder“ in den rot-weißen Farben an den Start. Die Anstiege und Abfahrten an der Südseite des Taunus hatten 1001 Mountainbikern aus der Region, aber auch aus Oberhessen, dem Odenwald und der Pfalz angelockt. Welche Anforderungen an die Fahrerinnen und Fahrer gestellt wurden, zeigen die auf 826 geschrumpfte Zahl der Ankommenden („Finisher“) und die Zeitabstände zu den Siegern in der Hauptklasse der Männer (2:22:20), der Frauen (2:51:43) und in der Seniorenklasse (2:35.31). Auf ganz ungewohnten Terrain bestanden auch die RSV-Radballer den Test und konnten sich darüber freuen, alle Kräfte mobilisiert und das Ziel in Kiedrich erreicht zu haben. Das mit Abstand beste Ergebnis der „Rot-Weißen“ erzielte Alexander Mohr, der Verkaufsleiter von „Schön Fahrräder“, mit 03:07:20 Stunden.

50 Mitglieder und Freunde des RSV 1898, darunter Stadtbürgermeister Dieter Faust und die drei Vorsitzenden, die den Verein seit 1967 geführt haben, starteten am ersten Feriensonntag zur 2. Car&BikeTour, die von Konz  entlang der Sauer vom rheinland-pfälzischen Konz zum luxemburgischen Echternach. Ingredienzien des Unternehmens waren ganz einfach: das klassische Duo der Mobilität Fahrrad und Auto, die rheinhessische Trias Weck, Worscht und Wei, auf der Rückfahrt kamen leider noch heftige Regenschauer hinzu.

Das Zentrum der ältesten Stadt im Großherzogtum dominieren auf römischen Fundamenten Kloster und Basilika. Am Ende des 7. Jh. durch den Mönch Willibrord gegründet, entwickelte sich Echternach zu einem Zentrum zwischen Eifel und Ardennen.

Der Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess innerhalb des Vorstandes und der Mitgliedschaft des Radsportvereins hat Monate gedauert, die Anlage selbst war innerhalb von zwei Wochen montiert und in Betrieb gestellt. Mit einer Photovoltaik-Anlage, deren 132 Module 170 qm auf der Südseite des Daches bedecken, hat ein neuer Abschnitt in der 45jährigen Geschichte der Gau-Algesheimer Radsporthalle begonnen. Ohne Emissionen, Abfall, Lärm und nennenswerten Verschleiß wandelt die Anlage die Strahlung der Sonne in Strom um. Die Firmen Gedea-Ingelheim GmbH und Dachdeckerei R. Heinen aus Bingen-Gaulsheim sowie Elektromeister Klaus Schmitt schafften die Installation der Anlage rechtzeitig vor dem 31. Gau-Algesheimer Volksradfahren. Die Teilnehmer und Besucher der Veranstaltung hatten so Gelegenheit, sich vor Ort und aus erster Hand über den ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen der Solarstromanlage zu informieren.

Bei der Sportlerehrung der Stadt wurden die Vereinsmitglieder Britta und Erich Rösch von Stadtbürgermeister Dieter Faust und dem RSV-Vorsitzenden Hermann Schön für ihre hervorragenden Leistungen in der Radtouristik geehrt.

 

2006

Die erste Jahresbilanz des 2005 neu formierten Vorstandes unter Hermann Schön und die Ehrungen verdienter Mitglieder standen im Mittelpunkt einer gut besuchten Jahreshauptversammlung des Radsportvereins. Werner Schön, Vorsitzender des Vereins von 1967 bis 1993, wurde mit der "Dr. Quirin Mayer Medaille" für besondere Verdienste um den Radsportverein 1898 ev. Gau-Algesheim ausgezeichnet. Der Geehrte war sichtlich bewegt, als Norbert Diehl seine Verdienste in Erinnerung rief und Hermann Schön ihm die höchste Anerkennung, die der Radsportverein vergibt, überreichte. Schön bedankte sich bei seiner Familie und einzelnen Mitgliedern des Vereins, die es ihm möglich gemacht hätten, über Jahrzehnte im Radsportverein Gau-Algesheim Verantwortung zu übernehmen. Die silberne Vereinsnadel erhielten Bianca Bischel, Winfried Bischel und Sieglinde Schön, die goldene Vereinsnadel Helmut Breier, Martin Halfmann und Philipp Weis. Für 50 Jahre im Verein wurden Rudi Deister und Willi Leitzig, für 60 Jahre Karlheinz Leoff und Herbert Scheurer geehrt.

Unter den sportlichen Erfolgen ist vor allem der 3. Platz von Lisa Hattemer im Einer-Kunstfahren bei den Deutschen Schülermeisterschaften in Ludwigslust zu nennen. Von Platz 4 gestartet, brachte sie von den aufgestellten 285,40 276,26 Punkte aufs Parkett und gewann bei der 3. Meisterschaftsteilnahme die Bronzemedaille. In der Radball-Oberliga eroberten Peter und Matthias Schön ein weiteres Mal die Tabellenspitze und den Meistertitel und können sich darüber freuen, dass mit Michael Hassemer und Florian König als Aufsteiger aus der Verbandsliga in der Saison 2006/07 eine 2. Gau-Algesheimer Mannschaft in der Oberliga spielt. Die 5er-Radballer qualifizierten sich als Südwest-Meister für die 1. Finalrunde zum Bundesliga-Aufstieg in Denkendorf, wo sie mit zwei Siegen und zwei Niederlagen den 3. Platz erreichten, aber den Schritt in die 2. Finalrunde verpassten. Eine gute Figur machten Alexandra Hassemer im Einer-Kunstfahren und der von Stefan Hassemer trainierte Einrad-Vierer der Schülerinnen mit Mara Caltapanides, Alexandra Hassemer, Evelyn Kowarik und Ines Schmitt, als sie aus Gent mit zwei 1. Plätzen zurückkehrten.

„Talente nach vorne“ hieß die Aktion, die der Radsportverein in Zusammenarbeit mit der Schloss-Ardeck-Grundschule durchführte. Mit Julia Sprinkmeier vom RSV Mainz-Ebersheim, die beim Radsportverband Rheinhessen ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte, präsentierte eine Sportlerin die Sportart, in der die Rheinhessen in den letzten Jahren an die nationale und internationale Spitze aufgerückt sind

Die zum ersten Mal veranstaltete „Geburtstagstour“ des RSV im Mai führte zur Eremitage im Guldenbachtal (Gründungstag: 23. Mai 1898), die 3. Car&BikeTour am ersten Feriensonntag: entlang des Glans von Bad Münster am Stein nach Meisenheim und zurück.

Am 31. Gau-Algesheimer Volksradfahren nahmen 600 Freunde des Radfahrens und des Radsportvereins teil. Die Erinnerungsmedaille schmückte das Logo der „Rheinwelle“. Nach dem Motto "Volksradfahren statt Gameboy", hat der Radsportverein einen Pokal für die stärkste Gruppe der Schloß-Ardeck-Grundschule ausgeschrieben. Die Klasse 4b eroberte den Siegerpokal der Mainzer Volksbank mit 61 Teilnehmern. Für 41 Schüler und Eltern erhielt die Klasse 4a einen Karton mit Traubensaft und Süßigkeiten. Die Messdiener der katholischen Kirchengemeinde zeichneten sich als die größte Gau-Algesheimer Gruppe aus. Die stärkste Gruppe aus der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim wurde von Verbandsbürgermeister Link der RSV Appenheim geehrt.

Beim Verbandstag des Radsportverbandes Rheinhessen in der „Rhoischnook“ von Rheindürkheim wurden drei Mitglieder des Radsportvereins 1898 geehrt: Britta Rösch bewies mit 9.000 absolvierten Kilometer auch in diesem Jahr, dass sie in ihrer Gruppe keine Konkurrentin fürchten muss. „In Anerkennung der Verdienste um die Pflege und Förderung des Sportes“ verlieh der Wormser Sportkreisvorsitzende Günter Schnee die Silberne Ehrennadel des Sportbundes Rheinhessen dem Leiter des Fahrradmuseums Heinz-Egon Rösch und dem ehemaligen Vorsitzenden des Radsportvereins Norbert Diehl.

Bei der Sportlerehrung der Stadt wurde Lisa Hattemer von Stadtbürgermeister Dieter Faust für ihre Leistungen im Sportjahr 2006 und die Platzierung bei den Deutschen Schülermeisterschaften ausgezeichnet. Die Laudatio hielt ihre Trainerin Pia Bischel.

 

© Norbert Diehl, 12.08.2007